Klarinettist

Der Klarinettist Jens Thoben ist ein vielseitiger Musiker und leidenschaftlicher Lehrer. Er ist als Solist in der klassischen Orchester- und Kammermusik zu Hause, erforscht aber beispielsweise mit seinem Post-Genre-Ensemble hear now berlin. auch die Grenzbereiche zwischen Avantgarde, Neuer Musik, Jazz, Minimal und Pop. Als Pädagoge interessieren ihn insbesondere ganzheitliche und funktional-körperorientierte Ansätze wie die Lichtenberger® angewandte Stimmphysiologie, in der er in dreijähriger Zusatzausbildung zertifiziert wurde. Ergänzend absolvierte er 4 Jahre lang bei der Mezzosopranistin Regina Jakobi in Berlin ein privates klassisches Gesangsstudium. 

Neben den üblichen Konzertformaten reizen ihn alternative und genreübergreifende Auftrittsformen. So stand er 2014 als Schauspieler, Klarinettist und Sänger in einer 4-Personen-Fassung von Henry Purcells Semi-Oper „King Arthur“ durch das Regie-Duo sweet.milk auf der Bühne des Staatsschauspiels Hannover, war einer der agierenden Musiker bei Christoph Marthalers Abend „Universe, Incomplete“ über den Komponisten Charles Ives bei der Ruhrtriennale Bochum 2018, und spielte 2019 unter Mark Scheibe in Claudia Bauers Fassung von Heiner Müllers „Germania“ an der Berliner Volksbühne. 

Seine Hochschulausbildung als Klarinettist begann schon während der Schulzeit als Jungstudent bei Doz. Werner Raabe an der Musikhochschule Münster. Nach dem Abitur ging er zu Prof. Reiner Wehle und Prof. Sabine Meyer an die Musikhochschule Lübeck, um dort sein Künstlerisches Diplom zu erwerben. Es schloss sich ein zweijähriges Stipendium in der Akademie des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks unter Lorin Maazel und Mariss Jansons an. Entscheidende künstlerische Impulse erhielt er außerdem durch Prof. Eduard Brunner, und im Bereich der Kammermusik durch Prof. Walter Levin.

Jens Thoben war Stipendiat der Oscar-und-Vera-Ritter Stiftung und der Villa Musica. Mit Erfolgen bei internationalen Wettbewerben (1. Preis, Publikumspreis und Orchesterpreis beim Internationalen Carl-Maria-von-Weber-Wettbewerb des Europäischen Klassikfestivals Ruhr sowie 3. Preis beim Internationalen Carl-Nielsen-Wettbewerb) begann 2001 seine Karriere als Solist und Kammermusiker. Konzertreisen führten ihn durch Europa, in die USA und nach Asien, sowie zu einigen der wichtigsten europäischen Festivals wie dem Rheingau-Musikfestival, der Schubertiade Schwarzenberg und dem Lucerne Festival.

Nach Mitgliedschaften im Bundesjugendorchester und der Jungen Deutschen Philharmonie wurde er 2002 als 1. Solo-Klarinettist der Duisburger Philharmoniker an die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg engagiert.

Diese Position gab er 12 Jahre später wieder auf, um als freischaffender Musiker und Lehrer der Lichtenberger® angewandten Stimmphysiologie in Berlin zu leben. Damit begann seine pägagogischer Werdegang: Im Anschluss an eine Vertretungsprofessur an der Essener Folkwang-Universität der Künste holte ihn Prof. Martin Spangenberg 2015 als seinen Assistenten an die Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. 2020 erging dann der Ruf als Professor für Klarinette an die Musikhochschule Lübeck. 

Neben seiner pädagogischen Tätigkeit spielt Jens Thoben heute in wechselnden kammermusikalischen Formationen und Orchestern. Regelmäßige Gastverträge als Soloklarinettist (Konzert und Oper) verbinden ihn mit Häusern wie der Bayerischen Staatsoper München, der Semperoper Dresden und der Deutschen Oper Berlin, wo er unter Dirigent*innen wie Kirill Petrenko, Sir Colin Davis, Joana Mallwitz, Omer Meir Wellber und Lahav Shani arbeitet. Für 2021 ist eine CD-Produktion mit Klarinettensonaten und -quintetten von Herbert Howells und Charles Villiers Stanford in Vorbereitung. 

Seit Sommersemester 2020 ist Jens Thoben Professor für Klarinette an der Musikhochschule Lübeck. Seinen Studierenden möchte er vor allem zu einer gelösten Körperlichkeit, bewusster Technik und einem autonomen, tragfähigen Klang verhelfen, damit sie ihre in der sorgfältigen Arbeit am Text begründete Interpretation gemäß ihrer eigenen Persönlichkeit entwickeln und erklingen lassen können. Insbesondere interessieren ihn dabei neurophysiologische Grundlagen des Lernens sowie mentale Übetechniken.

REFERENZEN

Semperoper Dresden
Deutsche Oper Berlin
Bayerische Staatsoper München
WDR-Sinfonieorchester Köln
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Frankfurter Museumsorchester
Gürzenich-Orchester Köln
Bläserensemble Sabine Meyer
Trio di Clarone
Württembergisches Kammerorchester Heilbronn
Modern Art Ensemble Berlin
Zafraan Ensemble Berlin
Ensemble Resonanz
u.a.

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